MH_Z_ausgehen

ausgehen
2004 · Bleistift · 75 x 56 cm

Die Zeichnungen entwickle ich aus Raum-Situationen,
in denen etwas mit mir passiert war,
ich eine Resonanz verspürte
die mit meinem Befinden korrespondierten,
die zu meinen Welt-Wahrnehmungen passten …

Ansichten sind für mich keine Anlässe.

Als Material verwende ich  rauen Zeichenkarton und
harte Bleistifte.

Als Kontrapunkt zu den Collagen bemühe ich mich bei den Zeichnungen um vielleicht Alltägliches, um Wiedererkennbarkeit,
um die Achtung von leicht oder schnell Übersehenem.

Es geht mir nicht um „Fotorealismus“ –
obwohl ich einige der so arbeitenden Künstler schätze
und von ihnen angeregt wurde –,
sondern um die Konzentration auf die dargestellten Situationen,
die ich nicht durch eine wie auch immer gewollte „künstlerische Handschrift“ stören möchte.
Dass die Wahrnehmung meiner Arbeiten nicht so funktioniert,
wie ich es mir wünsche, weiß ich mittlerweile.

MH_Z_abwaerts

abwärts
2003 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_In der Lücke

in der Lücke
2006 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_Z_wir drei

wir drei
2006 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_Z_ein Platz

ein Platz
2013 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_zwei Schatten

zwei Schatten
2010 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Drehtuer

Drehtür
2007 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Ecke

Ecke
2012 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Lichtgang

Lichtgang
2007 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Computer

Computer und ich
1995 · Bleistift · 72 x 52 cm

Konrad Knebel
So gesehen konnte auch der Eindruck von einer kühlen, freundlichen Helligkeit in den einer gnadenlosen Helligkeit umschlagen.

Bei harmloser erscheinenden Blättern mit menschlichen Schatten auf Wänden und Böden fällt mir besonders dann, wenn ich mehrere dieser Blätter zugleich sehe, ein Traum von einem großen, hellen, fast unmöblierten Zimmer ein, in dem lebhaft und laut schallend durcheinander gesprochen wurde, ohne daß ich etwas davon verstehen konnte. Aber zu meinem Schrecken befand sich außer mir niemand in diesem Raum. Vielleicht verhält es sich mit diesen Blättern ähnlich wie in meinem Traum: Anstatt der Stimmen handelt es sich hier um Schatten.
Damals, als ich die ersten Blätter aus dieser Reihe sah, fiel mir das berühmte Foto aus Hiroshima ein. Das schien mir dann einerseits doch etwas übertrieben zu sein wegen der Alltäglichkeit der Beobachtungen, ließ sich aber nicht wegdrängen. Andererseits würde ein sogenannter Erstschlagsabwurf in einem ganz normalen Alltag einschlagen und höchstens ein paar Schatten hinterlassen. – Später aber habe ich in einem Katalog Martin Hoffmanns Hinweise darauf gefunden, daß er durchaus daran gedacht hat.

Aus der Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Mitte in Berlin Oktober 2008
der ganze Text

MH_Z_Durchgang

Durchgang
2006 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_Z_hinaus

hinaus
2022 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Ihre_Karte_bitte

Ihre Karte bitte!
2001 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_Z_Familie

Familie
2005 · Sepia-Aquarell · 60 x 80 cm

MH_Z_Ihre_Karte_bitte

Eingang
2008 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_Z_Familie

ein Schatten
2021 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Diagonalen

Diagonalen
2023 · Bleistift · 56 x 75 cm

MH_G_Tuer_Zimmer

Die Tür und das Zimmer
1990 · Offsetlithographie · 54 x 36 cm

MH_G_Schatten_Spiegelungen

Schatten Spiegelungen
1994 · Offsetlithographie · 48 x 36 cm

MH_Z_Stuhl

Stuhl und Wand
1998 · Bleistift · 75 x 56 cm

MH_Z_Single

Single’s Feierabend
2001 · Bleistift · 75 x 36 cm

MH_G_naechtl_Fenster

Nächtliches Fenster
2002 · Offsetlithographie · 48 x 36 cm

MH_Z_schlaflos

schlaflos
1995 · Sepia-Aquarell · 55 x 75 cm

Lutz Kreisel
Licht spielt in allen Arbeiten eine große Rolle. Die Begriffe Reflexe und Schatten stehen hier für Spiegelungen von Gedanken und Situationen. Licht auf Gegenständen und Körpern erzeugt Schatten, die auf unser Dasein zielen. Dazu sagt Martin Hoffmann: „Der Schatten, den ich werfe, ist die erste zweidimensionale Abbildung von mir, allein durch das Licht, ohne jemandes Zutun … Ein Schatten ist figürlich, aber ohne Physiognomie, eine Art gestischer Anwesenheit.”
Menschen sind auf den Zeichnungen nicht zu sehen. So sieht sich der Betrachter mit den abgebildeten Dingen ganz direkt konfrontiert. Sie vermitteln Angst, Einsamkeit und Depression. Können sie auch Optimismus und Lebensfreude vermitteln? Jedenfalls faszinieren diese Bilder und bewirken Nachdenklichkeit und Kommunikation mit Fragen unseres Lebens.
Aus der Rede zur Ausstellung in der Kunsthalle Kühlungsborn 2011
der ganze Text

MH_Z_bis weiss

bis zum weiß
2008 · Bleistift · 56 x 75 cm